Zivilcourage – wie reagiere ich richtig?

Bundespolizei zu Besuch in der 9C

Die Polizeibeamten Manfred Ludwig und Ralf Degenkolb von der Bundespolizei haben den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9C der Fichtelgebirgsrealschule Marktredwitz einen Informationsbesuch abgestattet. Ziel war es, den jungen Leuten zu zeigen, wie sie auf Pöbeleien und Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln vernünftig reagieren können. Die wichtigste Regel, die nicht nur für Jugendliche gilt, lautet „Öffentlichkeit herstellen“, erklärten die beiden Polizeioberkommissare.

Praktische Übungen machten den Besuch zu einem einprägsamen Gastspiel. In einer Spielszene wurde ein Jugendlicher durch einen betrunkenen jungen Mann angepöbelt und bedrängt. Als dieser immer aggressiver wurde, sollte Fabian das richtige „Nothilfeverhalten“ anwenden: „Wichtig ist es jetzt, dass er einzelne Mitfahrer direkt anspricht“, mahnte Manfred Ludwig. Zum Beispiel: „Sie, mit der roten Jacke, bitte holen Sie den Zugbegleiter!“

Ist kein Schaffner sofort greifbar, sollte der angegriffene Jugendliche nicht zögern, die Polizei zu rufen. Auch hier sollte immer wieder Öffentlichkeit hergestellt werden, indem der Betroffene Mitreisende um Hilfe bittet: „Sie, mit der Brille und dem Rucksack, rufen Sie bitte die Polizei!“

Grundsätzlich, rieten die Experten, sollte der Bedrängte die Gefahrensituation entschärfen, indem er Abstand hält, den Täter nicht selbst anfasst oder nicht mit Worten provoziert.

Nach den Rollenspielen hatten die jugendlichen Teilnehmer eine Täterbeschreibung anzufertigen. Ralf Degenkolb betonte: „Es genügt bei der Polizei nicht, zu sagen, der Täter habe eine Jacke angehabt. Wichtig ist hier, besonders auf die Farbe, das Stoffmuster und weitere Merkmale der Jacke hinzuweisen. Es kann auf diese Kleinigkeiten ankommen, um den Täter schnell zu fassen.“

Ihren kurzweiligen, an der Praxis ausgerichteten Vortrag ergänzten die beiden Bundesbeamten mit Beispielen aus ihrer praktischen Erfahrung.

Ein herzliches Dankeschön geht an die Beamten der Bundespolizei, die wieder einmal unseren Schülerinnen und Schülern auf realistische Weise anwendbare Hilfestellung für Konfliktfälle geben konnten.

Zurück