Klassenfahrt nach London

… oder doch besser nach Fuchsmühl?

In der letzten Septemberwoche starteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10B zusammen mit dem Organisator der Reise, Herrn Lindner, sowie der Klassenleitung Frau Elbel zur lang ersehnten Studienfahrt in Richtung London.

Nach einer schier endlosen Nachtfahrt und anschließender Überfahrt per Fähre von Calais aus wurden die übermüdeten Schüler/innen im Morgengrauen von den hellen Kalkfelsen von Dover begrüßt.

Dass sich die Gruppe allmählich London näherte, war am zunehmenden Verkehr zu spüren. „Stopp and go“ hieß die Devise. Beim Anblick der schmucklosen, sehr schmalen, grau-braunen Reihenhäuschen in Londons Einfahrtstraßen wurden die Erwartungen anscheinend nicht ganz erfüllt. Ein Schüler zeigte sich eher ernüchtert und meinte: „Also, in Fuchsmühl find' ich's schöner… und in Fuchsmühl gibt's auch nie 'nen Stau.“ Bald beherrschten die typischen roten Doppeldeckerbusse das Straßenbild.

Zeichnung von Stefanie Müller (10B)

Nachdem die Koffer in der Unterkunft abgestellt worden waren, wurden Teile der Großstadt zunächst zu Fuß erkundet. Die Klasse schlenderte vorbei am Kensington Palace, dem früheren Wohnsitz von Princess Diana, und spazierte durch die Kensington Gardens sowie den Hydepark.

Bei einem ersten Stopp konnten die Schüler/innen wählen, ob sie lieber Saurierskelette, Fossilien und das 30m lange Blauwalskelett im Natural History Museum bewundern oder die technischen Errungenschaften der Menschheit von der Dampflok bis zur Mondrakete im Science Museum bestaunen wollten.

Der Fußmarsch führte die Gruppe anschließend weiter entlang der Auslagen des exklusiven Warenhauses Harrods über den imposanten Buckingham Palace zu den Horse guards der Queen. Mit Nachdruck wurde versucht, die streng dreinblickenden Wächter aufzuheitern. Eine Schülerin schaffte es schließlich tatsächlich, einen Guard mit einem Kompliment („You look so beautiful!“) zum Lachen zu bringen.

10 Downing Street, der offizielle Amtssitz des Premierministers, sowie Westminster Palace waren zwei weitere Sehenswürdigkeiten. 

Als Abschluss des langen Erkundungstages war ein Abendessen in besonderem Ambiente gebucht. Im Hard Rock Café konnten sich alle Jugendlichen mit typisch englischen Speisen (verschiedene „burger and fries“) stärken und gleichzeitig Instrumente und Kleidungsstücke von Popstars begutachten.

Nach dem langen Rückweg ins Hotel freuten sich die (meisten) Schüler/innen auf ihre Betten.

Der nächste Tag erwies sich nicht ganz so laufintensiv und anstrengend. Sightseeing per Bus stand auf dem Programm. Viele Sehenswürdigkeiten Londons wie Tower und Tower Bridge, Westminster Abbey, Houses of Parliament, Big Ben, London Eye usw wurden angefahren. Alle Schüler bewiesen sich als kundige Guides, denn gruppenweise wurden die zuhause vorbereiteten Informationen zu den Attraktionen Londons an die Mitschüler weitergegeben.

Da die Straßen am späten Vormittag regelrecht verstopft waren mit roten Doppeldeckern, kamen wir schließlich kaum mehr voran. Entnervt musste wieder der Vergleich mit Fuchsmühl herhalten … Schließlich stiegen wir in die U-Bahn, die London-Tube um und wurden schnell zur nächsten gebuchten Attraktion befördert. Und nicht nur unter der Erde konnte London definitiv punkten …

Madame Tussauds Wachsfiguren begeisterten alle. Sämtliche Handys waren gezückt und unzählige Fotos wurden geschossen. Prominente aus der Musik- und Schauspielszene, aus Sport und Politik dienten als Fotomotive. Hier konnte man den Stars ganz nahe kommen. Auch mit der königlichen Familie durften die „Normalsterblichen“ posieren. Weiter konnten die Schüler/innen einen Kriminalfall zusammen mit Sherlock Holmes lösen und sich bei einem 4D-Kurzfilm mit Wasserspritzern und Druckluftstößen mitten im Geschehen fühlen.

Eine Schifffahrt auf der Themse rundete den Tag ab. Viele der am Vormittag im Bus beschriebenen Sehenswürdigkeiten konnten vom Schiff noch einmal aus einer anderen Perspektive erlebt werden.

      

Am nächsten Morgen erwartete die Gruppe der typische englische Nieselregen. Per Tube ging es zum Tower of London, einer befestigten Burganlage an der Themse, die den früheren Königen als Residenz diente. Mittels Audioguides erhielten die Jugendlichen viele Informationen zu den Wachposten, der Ordnungstruppe oder den königlichen Rüstungen und Waffen. Teile der Ringburg dienten auch als Gefängnis sowie als Folter- und Hinrichtungsort. Die beeindruckendste Attraktion innerhalb des Towers war zweifellos die Ausstellung der Crown Jewels. Zahlreiche royale Zepter, Kronen und Diademe konnten bestaunt werden.

Nach dem Mittagssnack mit „fish and chips“ präsentierte sich die Tower-Bridge wieder im Sonnenschein.  Auch die Houses of Parliament und der Elizabeth Tower, besser als Big Ben bekannt, konnten ohne Regenschirme besichtigt werden.

Das Highlight für die Schüler/innen war vermutlich der Besuch der Haupteinkaufsstraßen Oxford- und Regent Street. Zahllose Geschäfte luden alle Jugendlichen zwei Stunden zum Shoppen ein. Hier war Fuchsmühl ganz schnell vergessen! Allerdings mussten einige Schüler/innen eher schmerzvolle Erfahrungen machen und mit weniger Geld als geplant auskommen, da mehrfach Geld abhanden kam …

Die letzte U-Bahnfahrt fand im Abendberufsverkehr statt. Nur grüppchenweise konnten die Schüler/innen in die völlig überfüllte Tube einsteigen. Alle standen gepresst wie die Heringe, ein Umfallen war unmöglich …

Nach dem Abendessen trat die Gruppe wieder die nächtliche Heimreise an. Auf der Fahrt bis zur Fähre nach Dover wurde gesungen und gefeiert, nach der Überfahrt per Schiff nach Calais war es jedoch sehr lange ganz still im Bus. Die vielen neuen Eindrücke wollten verarbeitet werden …

Auch wenn eine Großstadt nicht ausschließlich Vorteile zu bieten hat, war am Ende jeder sehr sehr froh, dass die Abschlussfahrt nicht nach Fuchsmühl, sondern ins abwechslungsreiche und vielfältige LONDON führte!

M. Elbel  

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