Gute Schüler? Ja, bitte!

Premiere an der Fichtelgebirgsrealschule Marktredwitz: Seit diesem Schuljahr geht die Schule neue Wege und fördert ihre besten Schülerinnen und Schüler in besonderer Art und Weise.

Erfolg macht süchtig – mitunter fördert er aber den Neid der anderen. Dass gute Leistungen jedoch nicht nur durch das elterliche Lob, sondern auch von schulischer Seite belohnt werden, zeigte sich nun beim ersten Begabtentag der Fichtelgebirgsrealschule. An drei Tagen der Begabtenförderung ab diesem Schuljahr wird den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, im Rahmen von Workshops komplexere und fachübergreifende Inhalte zu bearbeiten und sich hierbei optimal entfalten zu können. Eingeladen waren die Schülerinnen und Schüler, die sich im letzten Schuljahr durch überdurchschnittliche schulische Leistungen hervorgetan haben. Um deren Wissensdurst zu stillen, neue Reize zu setzen und einmal etwas fernab vom „normalen“ Schulalltag zu erleben, konnten die Auserwählten aus verschiedenen Angeboten wählen, welche von ihren Lehrern gemacht worden waren. Darunter fiel ein Kurs zur Erstellung von Lernvideos, bei dem das Schneiden und Vertonen ebenso dazugehörte wie die Auswahl der geeigneten Informationen. Mithilfe eines frei erhältlichen Programmes wurden Folien zum Thema „Multiplikation von ganzen Zahlen“ erstellt und zu einer Sequenz zusammengeschnitten. Diese wurden dann noch farblich aufeinander abgestimmt. Der Höhepunkt war dabei das Einspielen der gesprochenen Inhalte. Die Schüler wechselten sich im Text ab und so entstand ein kleines, aber feines Lernvideo zu diesem Thema. Um den Vormittag abzurunden, wurde noch probiert, wie man einzelne Fotos mithilfe von diesem Programm zu einem kleinen Filmchen zusammenschneidet und mit entsprechender Musik unterlegt.

Des Weiteren erforschten zahlreiche Schülerinnen und Schüler, welche chemischen Reaktionen Brausepulver hervorrufen kann, und stellten anschließend Gummibärchen und Lollis selbst her. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung machten sich die Schüler zunächst daran, Brausepulver zu untersuchen. Hier galt es vor allem mittels kleiner Experimente zunächst die Hauptkomponenten Zucker, Zitronensäure und Natron herauszufinden. Anschließend wurde die Aufgabenstellung erweitert. Die Schüler durften nun selbst Hand anlegen und es entstand ein Brausegetränk unter Zugabe von Farb- und Aromastoffen, das sich die Kinder und natürlich auch die Lehrer schmecken ließen. Weitere Punkte auf dem Tagesplan waren die Herstellung leckerer Honigbärchen. Auch Lutscher durften natürlich nicht fehlen, deren besondere Ingrediens aus dem Zuckeraustauschstoff Isomalt bestand. Der Begabtentag stand in der Lebensmittelchemie somit ganz unter dem Zeichen der Süßigkeiten.

Außerdem rechneten sich einige Schüler mit Hilfe der Fibonacci-Folge durch Beispiele aus dem Alltag – oder wussten Sie, wie viele Möglichkeiten es gibt, eine zehnstufige Treppe hinaufzulaufen, wenn man pro Schritt nur eine oder zwei Stufen nehmen darf? Die „Reise“ begann mit dem Kennenlernen und der Herleitung der Fibonacci-Folge und diversen Anwendungen aus dem Alltag, u. a. auch der X-Chromosomalen-Vererbung, führte über die Formel von Moivre/Binet weiter zur Phyllotaxis der Blütenpflanzen und endete schließlich beim „Goldenen Schnitt“ und deren Anwendung in der Kunst („Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci) und Architektur (Parthenon und Cheops-Pyramide).

Weiterhin beschäftigten sich einige der Begabten mit dem Zusammenwirken von Körper, Haltung und Stimme. Dabei kamen auch ungewöhnliche Hilfsmittel wie ein Korken zum Einsatz und die Schüler mussten schauspielerisches Talent beweisen. Dadurch sollte ihnen das Auftreten und Präsentieren vor einer Klasse in Zukunft leichter fallen.

Realschuldirektor Oliver Brandt betonte gegenüber den Schülern, dass er sich freue, ihnen auch einmal etwas anderes als den Alltags-Unterricht anbieten zu können. In diesem Zusammenhang dankte er den beteiligten Lehrkräften für ihr Engagement, insbesondere Herrn Jörg Stengel, der diese Aktion ins Leben gerufen hat.

Am Ende des Tages waren sich alle darüber einig, dass dieses besondere Angebot eine Bereicherung für Schüler wie Lehrer gleichermaßen ist und es sich lohnt, sich für gute Noten ins Zeug zu legen. Die nächsten Aktionstage werden sicherlich wieder einiges bieten. Man darf gespannt sein.

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