Fünftklässler auf Erdzeitreise

Ein Unterrichtsgang nach Windischeschenbach

Im Juli machten sich die Klassen 5B und 5C der Fichtelgebirgsrealschule auf zur Erkundung der KTB (Kontinentale Tiefbohrung) nach Windischeschenbach. Gut vorbereitet und voller Neugierde tauchten die jungen Schüler und Schülerinnen in die Welt der Erdbebenforschung ein. Aufgeteilt in zwei Gruppen erkundeten sie das Modul „Plattentektonik“, welches das GEO-Zentrum der KTB unter anderen für Schulklassen anbietet.

Für die Klasse 5C begann der Besuch mit einer Unterrichtseinheit anderer Art in Sachen Plattenverschiebung. Hier durften die Fünftklässler einmal selbst Hand anlegen und die Verschiebung unserer Platten mithilfe von Holzimitaten in Kleingruppen nachspielen. Wann diese Entwicklung begann und was davor geschah, lernten die Schüler und Schülerinnen anhand einer geologischen Uhr. „Der Mensch lebt erst seit einer Millisekunde!“, erklärte Andrea Mack, die Pädagogin des Zentrums.

Während die Klasse 5C sich noch näher mit dem Aufbau der Erde beschäftigte, erkundeten die Schüler und Schülerinnen der 5B in Begleitung von Herrn Kopatsch das GEO-Zentrum und dessen Forschungsgegenstand – die Tiefbohrung. Obwohl die Tiefbohrung in Windischeschenbach vor vielen Jahren eingestellt wurde gibt es hier noch viel zu entdecken.

Zuerst stießen die Realschüler auf einen Seismographen, der Erdbeben in unserer Nähe aufzeichnet. Die Vermutung „Bei uns gibt es keine Erdbeben“ stimmt nicht. „Wir befinden uns in einem Gebiet hoher tektonischer und vulkanischer Aktivität“, erklärte Herr Kopatsch und zeigte Erdbebenaufzeichnungen aus jüngerer Zeit. Die Schüler staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass die afrikanische Platte bereits bis zu uns vorgedrungen ist und tief unter uns Teile Urafrikas auf Gesteinsschichten Ureuropas stoßen. Doch dies ist nur einer der Gründe, weshalb man die Tiefbohrung in Windischeschenbach damals ansiedelte. So Herr Kopatsch: „Hier ist das Gestein besonders weich, deshalb ging man davon aus, dass sich Windischeschenbach für eine Tiefbohrung besonders gut eignen würde.“ Nach einem kurzen Informationsfilm erkundeten die Fünftklässler die geologische Ausstellung des GEO-Zentrums mit dem Highlight – einer Erdbebensimulationsplatte, auf der jeder Schüler Erdbeben verschiedener Stärke einmal erleben durfte. In der Ausstellung „System Erde“ lernten die Schüler und Schülerinnen auch die sogenannte „Potsdamer Kartoffel“ kennen, ein Modell, anhand dessen sich der Aufbau der Erde besonders anschaulich erklären lässt.

Als Abschluss der ersten Phase des Moduls besichtigten die Schüler und Schülerinnen der 5B den Bohrturm der KTB – ein sehr beeindruckendes 83 Meter hohes Bauwerk. Kaum zu glauben, dass hier einmal eine 9,1 km tiefe Bohrung stattgefunden hat.

Erschöpft und mit einer tollen neuen Erfahrung im Gepäck kehrten die fünften Klassen wieder zurück nach Marktredwitz.

Fiona Bott

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