Ein Vormittag im Wald

 

Ein Wald für Jäger ...

 

... und für Naturschützer

 

Ein Wald für die Forstwirtschaft ...

 

... und für Erholungssuchende

Kurz vor den Sommerferien hatte die Klasse 6B die Gelegenheit, den im Biologie-Lehrplan vorgesehenen Themenbereich „Lebensgemeinschaft Wald“ in Form eines Unterrichtsgangs in den Thölauer Forst zu erarbeiten. Die Försterin Fr. Prinz hatte unterschiedliche Themen schülergerecht aufbereitet und ermöglichte Unterricht in ungewohnter Form. 

Im Einstiegsspiel „Waldbingo“ sollten die Schüler verschiedene Mitschüler finden, die jeweils eine von 16 Fragen mit „ja“ beantworten konnten. Zur Auswahl standen z. B. „Wessen Familie besitzt einen eigenen Wald?“, „Wer hat schon einmal ein Reh in freier Wildbahn gesehen?“, „Wer hat schon erlebt, wie ein Baum gefällt wurde?“ usw. Schnell hatten alle einen Überblick gewonnen, wieviele Erfahrungen die Mitschüler zum Thema Wald bereits gemacht hatten.

 


Waldbingo

Im Anschluss wurden die Schüler/innen in vier Gruppen beauftragt, unterschiedliche Laubblätter bzw. Nadelbaumzweiglein zu sammeln und die Namen der Waldbäume zuzuordnen. Bei der anschließenden Vorstellung der Laub- und Nadelbäume konnten mehrere Expertenteams ausgemacht werden.

In einem Spiel erlebten die Schüler die Bedeutung eines gesunden und vielfältigen Waldes. Erfährt eine Baumart Stress durch Schädlinge, Trockenheit oder Wind bleibt ein Mischwald trotzdem stabil. In einer Fichtenmonokultur jedoch können schnell viele Bäume bei einem Sturm entwurzelt werden.

                   
Baumbestimmung   Der gesunde Mischwald stützt einen kranken Baum

Das Wachstum der jungen Bäume wird auch dadurch begrenzt, dass Rehe gerne frische Triebe und Knospen fressen. Da natürliche Feinde des Rehwilds wie Luchs oder Wolf nur selten vorhanden sind, übernimmt der Jäger die Aufgabe, die Zahl der Rehe zu begrenzen. Auch diese Zusammenhänge wurden in einem Spiel verdeutlicht.

Gut gestärkt nach einer Pause sollten die vier Arbeitsteams unterschiedliche Waldräume nachbauen: Der Wald für Erholungssuchende braucht unterschiedliche Baumarten, Bänke, Möglichkeiten für ein Lagerfeuer usw. Der Wald für Naturschützer sollte unterschiedliche Lebensräume für Tiere, z.B. Höhlen oder Steine zum Sonnen für Amphibien bereithalten. Jäger möchten in ihrem idealen Wald einen Hochsitz und Freiflächen zur Wildbeobachtung vorfinden. Der Wald für die Forstwirtschaft braucht neben den Bäumen auch breitere Wege für die eingesetzten Maschinen. Ein Förster möchte für alle Interessensgruppen die passenden Waldbereiche bereitstellen.

 

Abschließend lernten die Schüler eine weitere Aufgabe des Försters kennen: In einer begrenzten Waldfläche wurde der Wert einiger Kiefern und Fichten durch Messungen des Stammdurchmessers und der Volumenberechnung bestimmt. Weiterhin sollten große und vitale Bäume markiert werden. Falls diese nicht genügend Platz und Licht zum Wachsen vorfinden, müssen Nachbarbäume zur Fällung markiert werden. Auch diese Aufgabe meisterten die Schülergruppen gut.

 

Damit ging ein abwechslungsreicher und interessanter Vormittag im Wald zu Ende.

 

Durchmesserbestimmung

M. Elbel   

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