Die Klasse 10D motiviert sich beim „Schülerflüsterer“

Exkursion zum Seminar von Christian Bischoff

Auf der Hinfahrt in die Freiheitshalle nach Hof zum Seminar der Schülerakademie der Frankenpost herrschte im Bus noch eine noch relativ unmotivierte Stimmung, was dieses Seminar denn nun bewirken sollte. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10D konnten sich wenig unter einem „Lifecoach“ oder „Motivationstrainer“ vorstellen und erwarteten einen Vortrag über Ziele im Leben und wie man diese erreicht … „da redet jemand und letztendlich sind wir hinterher genauso schlau wie vorher“. Aber die Klassenleiterin Andrea Ritter nahm das einfach in Kauf, denn sie kannte dieses Seminar schon in ähnlicher Form und war innerlich doch sehr gespannt, wie denn die Klasse denn nun letztendlich auf den „Schülerflüsterer“ anspringen würde.


700 Schülerinnen und Schüler aus ganz Oberfranken hatten sich im Festsaal der Freiheitshalle eingefunden und Christian Bischoff, der „Mann mit dem roten Stirnband“, wurde sehr neugierig begutachtet. Bereits die dritte Frage von ihm an die Menge heizte jedoch die Stimmung an: „Wer findet, dass ich bescheuert aussehe?“ … dieses rote Stirnband ist sein Markenzeichen und am Ende der Veranstaltung erklärte er den Sinn dahinter. An seinen Namen werde sich nach drei Tagen kaum jemand erinnern können, aber die meisten würden erzählen können, dass sie bei dem Mann mit dem roten Stirnband waren.

 

Mit flotten Sprüchen, ständiger Miteinbeziehung der Anwesenden und vielen guten Ansätzen auch für die mitgekommenen Pädagogen zog er die Schülerinnen und Schüler in seinen Bann. Er erklärte den Aufbau seiner Glückspyramide und erinnerte das Publikum daran, dass es im Leben nicht darum geht, dass man der Beste / die Beste ist, sondern dass man sein Bestmögliches gibt. Auch die Schülerinnen und Schüler der Fichtelgebirgsrealschule begeisterten sich zusehends für ihn. Er demonstrierte weiterhin mit einer vollen Wasserflasche, dass jeder Mensch mit vielen Talenten auf die Welt kommt, aber dass man eben diese Talente auch sinnlos vergeuden kann – die Wasserflasche ausschüttet. Er appellierte, dass man an sich selber glauben muss und gleichzeitig das Selbstvertrauen wie ein Eimer aufgefüllt oder geleert werden kann. Zuerst muss man ein Ziel haben, so seine Aussage, und dann kann man mit Disziplin an der Erreichung dieses Ziels arbeiten. Jeden Tag nur 10 Minuten konzentriert mehr für die Schule machen und zwar ohne Handy und ohne andere Störungen, so würde sich das Ziel Schulabschluss sicherer und besser erreichen lassen.

Jeden Tag von Montag bis Samstag 10 Minuten sind in einem Schuljahr 52 Stunden, die man mehr aufbringt, ohne, dass es einem in seiner Freizeitgestaltung besonders weh tut. Für die Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe kam dieser Tipp gerade recht, denn sie haben zwar keine 52 Wochen mehr, aber jeder Tag nur 10 Minuten bringt sie doch sicherlich besser an ihr Ziel.

Nach 90 Minuten waren die Schülerinnen und Schüler doch sehr angetan von diesem Seminar und aus der Halle liefen lauter strahlende Gesichter. Auf der Heimfahrt nach Marktredwitz war dann die Stimmung so völlig anders als bei der Hinfahrt und natürlich waren das alles Dinge, die sie schon länger wussten, aber wie ein Schüler richtig bemerkte: „Er hat es uns halt echt recht deutlich gesagt.“

Der Vormittag hat sich definitiv gelohnt – natürlich ist dies kein Allheilmittel, aber dem ein oder anderen sind die Worte des „Mannes mit dem roten Stirnband“ schon deutlich im Gedächtnis geblieben. Manchmal muss man der Klasse nun nur noch ein Stichwort geben und sie wissen dann genau, was damit gemeint ist.

    

A. Ritter        

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