Dem Müll auf der Spur …

Besuch im Müllkraftwerk Schwandorf

Erdkunde einmal anders! Nachdem sich die beiden Klassen 5B und 5C im Erdkundeunterricht mit dem Erdkundeseminar und ihren Lehrkräften Herrn Claus Lindner und Herrn Richard Ehrenhofer intensiv mit der Mülltrennung und der Müllvermeidung auseinandergesetzt haben, begleiteten sie den Restmüll auf seinem letzten Weg. Mit einem Beutel voll Restmüll im Gepäck, der nach einer normalen Pause an der Fichtelgebirgsrealschule angefallen ist, wird dieser auf dem Weg in das Müllkraftwerk Schwandorf begleitet.

Nach einigen allgemeinen Informationen zum Müllkraftwerk und zum Einzugsgebiet des Zweckverbandes Müllverwertung durch Herrn Stefan Karl dürfen die Schülerinnen und Schüler das Quiz „Müllionär“ spielen. Hoch motiviert, da ein kleines Geschenk beim Erreichen der 1.000.000-Punkte-Frage versprochen wurde, wurden alle Fragen korrekt beantwortet, wenngleich die finale Frage nur mit einem Telefonjoker beantwortet werden konnte.

  


Die Klassen erfuhren, dass im Müllkraftwerk täglich über 1.000 t Restmüll angeliefert und bei über 850°C verbrannt werden. Die dadurch entstandene Energie wird zur Stromerzeugung und zur städtischen Fernwärmegewinnung (öffentliche Gebäude und Schulen, Polizei, Freibad, Hallenbad etc.) verwendet. Dabei erfüllt das Müllkraftwerk die höchsten Umweltanforderungen bei den Emissionen und durch den Betrieb können pro Jahr ca. 137 Millionen Liter Heizöl substituiert werden.

Bei der Erkundung des Geländes müssen zwingend Schutzhelme getragen werden. Zunächst konnte die Entladung der Spezialcontainer von den Bahnwaggons durch den Brückenkran beobachtet werden. Der gepresste Inhalt wird an der Entladestation in den Müllbunker gekippt. Dort durften wir auch unseren mitgebrachten Beutel Restmüll „entsorgen“, bevor dieser zusammen mit riesigen Müllmengen von großen Greifern in eine der vier Ofenlinien befördert wurde. Mit einem Blick ins Feuer der Müllöfen ging es weiter im Inneren der Anlage. Durch die zunehmende Wärme und das grelle Licht konnte man durch das Sichtfenster zumindest erahnen, welche immense Masse gerade im Ofen verbrannt wird. Vorbei an den lauten Stromgeneratoren konnten noch die vielen Anzeigentafeln der neuen Schaltzentrale bewundert werden. Alle Emissionsdaten werden ständig auf den Monitoren dargestellt und durch die Mitarbeiter überwacht. Während unser Beutel Restmüll in der Zwischenzeit bestimmt schon restlos verbrannt war, machten sich die Kinder um die Einzigartigkeit dieses Weges nochmal Gedanken. Da der Müll des Landkreises Wunsiedel normalerweise zum Müllheizkraftwerk Bamberg transportiert wird, ist es ein eher ungewöhnlicher Weg der hier verfolgt werden durfte. Letztlich war man sich aber einig: Der beste Müll ist der, den man gar nicht erst erzeugt!  

 

Gerade im Zeitalter von Plastikteppichen in den Meeren und der Tatsache, dass Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen, sind diese Erkenntnis und die vielen weiteren Eindrücken sicherlich ein aktiver Schritt, ein Umweltbewusstsein zu erzeugen. Im weiteren Fortgang werden die Klassen sich Gedanken darüber machen, wie man Abfall an der Fichtelgebirgsrealschule vermeiden kann.

C. Lindner      

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