„Datenschutz geht zur Fichtelgebirgsrealschule"

Safer Internet Day 2017

Im Rahmen der Initiative „Datenschutz geht zur Schule“ führte Herr Frank Spaeing, der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Datenschutz e.V., am Safer Internet Day 2017 eine Sensibilisierungsveranstaltung für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe an der Fichtelgebirgsrealschule Marktredwitz durch. Quer durch den Dschungel der Neuen Medien wurden die Kinder u. a. zu den Themen Passwortschutz, soziale Netzwerke, Smartphones, Urheberrecht und Cybermobbing aufgeklärt. Das Ziel dabei war, die Kinder für das Thema "Sicheres Internet" und den vorsichtigen Umgang mit den eigenen Daten zu sensibilisieren. Der oftmals unbedarfte Umgang birgt Risiken und Gefahren mit sich, die sich mit etwas Umsicht auch ganz schnell minimieren lassen. So sei es äußerst ratsam, das eigene Smartphone beim Einschalten mit einem Passwortschutz (PIN oder Wischmuster) zu versehen, da im Falle eines Verlustes meist viele persönliche Daten an Unberechtigte weitergegeben werden könnten. Beispiele hierfür wären Telefonbuchdaten, persönlichen Fotos und Videos sowie Nachrichten von Freunden und Bekannten.

Auch bei der Nutzung des Internets werden häufig Passwörter benötigt (z. B. E-Mail-Programm, Internetshops, Auktionsplattformen, etc.). Durch die Wahl eines geeigneten Passworts ließen sich auch hier persönliche Daten schützen. Dabei sind Computer in den letzten Jahren immer leistungsfähiger geworden und wenn im Jahre 2005 ein Hacker zur Erlangung eines Passwortes mit einer Länge von acht Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen noch ca. 144 Jahre benötigt hätte, so schaffen dies herkömmliche PCs aktuell in ca. 19 Tagen. Mit nur zwei Zeichen mehr, also einer Passwortlänge von 10, ist der Zeitbedarf bei 474 Jahren, wobei man hierbei wieder von einem sicheren Passwort sprechen kann.

Einige der Schüler haben zu Hause auch Smart-TVs, die ständig mit dem Internet verbunden sind. Nachdem die neuartigen Fernseher keine eigene Spracherkennung besitzen, werden die zur Steuerung gedachten Worte als Sprachnachricht über das Internet an die meist im Ausland sitzenden Hersteller übermittelt. Dort werden die Nachrichten entschlüsselt, um die entsprechenden Kommandos an den Fernseher zurückzusenden. Dass das Smart-TV-Gerät ggf. aber die gesamte Kommunikation des Raumes „mithört“, ist eine Begleiterscheinung, der sich nur wenige bewusst sind. In den USA sind erst vor kurzem durch die Aneinanderreihung verschiedener Schlagworte eines Nachrichtensprechers automatisierte sprachgesteuerte Bestellvorgänge über einen Internetversandhandel vorgenommen und etliche Haushalte fälschlicherweise mit Puppenhäusern versorgt worden.

Ausgiebige Diskussionen und weitere praxisnahe Beispiele und Tipps verdeutlichten den Kindern die Notwendigkeit des sparsamen Datengebrauchs. Herr Claus Lindner, medienpädagogisch-informationstechnischer Berater der Fichtelgebirgsrealschule, unterstrich die Wichtigkeit des umsichtigen Handelns, um potentiellen Straftätern, die sich häufig auch in sozialen Netzwerken tummeln, möglichst wenig Möglichkeit zu geben, Informationen wie den richtigen Namen, das Geburtsdatum oder den eigenen Wohnort herauszufinden. Auch wenn man sehr umsichtig mit seinen eigenen Daten umgeht, so kann man doch leicht die Gefahren der neuartigen Technik übersehen. Häufig werden heutzutage Bilder mit dem Smartphone angefertigt, die entsprechende GPS-Daten in das Bild integrieren und die es jedermann ermöglichen, bei den geposteten Bildern den Aufnahmestandort mit Zusatzprogrammen oder Internetdiensten wie z. B. Google-Earth zu erfahren, womit wiederum Rückschlüsse auf das Wohnumfeld gezogen werden können.

Schülergruppe und Frank Spaeing (Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Datenschutz e.V.)

Die Schülerinnen und Schüler nahmen die Austauschmöglichkeiten rege wahr, um sich für das eigene Medienverhalten Tipps geben zu lassen und um Unsicherheiten z. B. im Zusammenhang mit dem Urheberrecht auszuräumen.

Der Fichtelgebirgsrealschule ist es gerade als Medienreferenzschule ein großes Anliegen, die aktuellen Problematiken anzusprechen und in Zusammenarbeit auch mit externen Partnern die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit den Neuen Medien zu schulen. Dadurch wird neben der wichtigen Thematisierung dieser Inhalte in der Familie auch im schulischen Umfeld eine Förderung der Medienkompetenz erreicht.

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